FAQ

Häufig gestellte Fragen



Nutzen für Berlin und die Umwelt

Was bringt der E-Bus der Stadt Berlin?

Berlin wird als erste europäische Hauptstadt auf einer kompletten Innenstadtlinie E-Busse mit einem induktiven, d. h. kabellosen Ladesystem in einem 15-monatigen Modellprojekt  testen. Mit dem Einsatz elektrischer Busse wird der Verkehr in Berlin nicht nur leiser und sauberer, sondern auch ökologischer.
Mit ausgefeilter Technik sorgen das induktive Ladesystem und die neuen Busse mit Elektroantrieb für einen äußerst energieeffizienten Busbetrieb. Der lokale CO2-Ausstoß wird auf null reduziert. Zudem werden die straßenseitigen Komponenten des induktiven Ladesystems, wie z. B. die Ladeplatten unterirdisch verbaut, so dass das Berliner Stadtbild nicht durch Oberleitungen oder große Ladesäulen beeinträchtigt wird.

Was bringt mir der E-Bus?

Als Fahrgast profitieren Sie von einem deutlich ruhigeren Fahrerlebnis. Elektrische Busse sind leiser als Dieselbusse und vibrieren nicht. Als Anwohner der Buslinie 204 dürfen Sie sich über eine erheblich geringere Lärm- und Abgasbelastung freuen. Insgesamt trägt der E-Bus so zu einem lebenswerten Berlin bei. Die Geräuschemission eines E-Busses entspricht denen eines durchschnittlichen PKW und ist damit um ca. die Hälfte geringer als die eines modernen Dieselbusmotors.

Wie hoch ist der Stromverbrauch der E-Buslinie?

Unter normalen Bedingungen liegt der Stromverbrauch der gesamten Buslinie 204 mit vier E-Bussen pro Jahr bei etwa 240.000 kWh. Dies bedeutet, dass für ein Betriebsjahr der Buslinie ein Windrad knapp  24 Tage Strom produzieren muss.

Wieviel CO2-Emission sparen die E-Busse gegenüber Dieselbussen?

E-Busse sind lokal komplett emissionsfrei. Mit der Elektrifizierung der Buslinie 204 sparen wir etwa 260 Tonnen CO2 pro Jahr. Um den gleichen Effekt zu erreichen, müssten bei durchschnittlichem Fahrverhalten rund 250 Berliner Personenkraftwagen elektrifiziert  werden.

Fahren die Busse mit Ökostrom?

Ja, die E-Busse der BVG fahren zu 100 % mit Strom aus erneuerbaren Energiequellen. Klimaschutz  pur – denn die BVG setzt bereits seit mehreren Jahren auf den „Gelb wird grüner“ – Takt. Seit 2014 ist die Grünstromeigenschaft des gesamten Stromverbrauches der BVG belegt. U-Bahnen, Straßenbahnen und nun auch E-Busse der BVG fahren ohne Emissionen und verbessern so die Klimabilanz der wachsenden Stadt Berlin erheblich.


Die induktive Ladetechnik der E-Busse

Wie funktioniert der Ladevorgang?

Das in Berlin verwendete PRIMOVE Ladesystem, entwickelt von Bombardier Transportation, ermöglicht das kabellose Aufladen elektrischer Fahrzeuge. Basierend auf induktiver Stromübertragung, bekannt von elektrischen Zahnbürsten oder Induktionsherden, befreit das dieses Ladesystem die E-Busse von den Beschränkungen durch Kabel, Drähte und Stecker.
Beim induktiven Laden wird ein elektromagnetisches Feld zur Energieübertragung aufgebaut. An den Ladestationen wird die Energie komplett kontaktlos von der unsichtbar im Boden verbauten Ladeplatte auf den an der Unterseite des Busses befindlichen Stromaufnehmer übertragen. Der Ladevorgang beginnt und endet automatisch.

Gibt es das induktive Ladesystem auch noch woanders?

Ja. Das induktive PRIMOVE Ladesystem für E-Busse wird derzeit auch in Braunschweig, Mannheim und dem belgischen Brügge zum Einsatz gebracht. In Nanjing, China, wurden Straßenbahnen mit den leichten und langlebigen PRIMOVE Batterien ausgestattet. Darüber hinaus werden in Milton Keynes bei London und im italienischen Turin vergleichbare induktive Ladesysteme anderer Technologiehersteller verwendet.

Funktioniert die Technik bei jedem Wetter (Eisschicht, Schnee, Hitze)?

Ja. Das induktive Ladesystem ist komplett wetterfest und funktioniert auch bei extremen Wetterbedingungen. Da kein Kontakt zwischen der Ladeplatte und dem Bus besteht, können Schnee, Eis, Sand oder ähnliches die Ladung nicht behindern.

Bemerke ich als Fahrgast, wenn der Bus lädt?

Nein, als Fahrgast bekommen Sie vom Ladevorgang nichts mit. Nur der Busfahrer erkennt durch eine Anzeige am Armaturenbrett, dass gerade geladen wird. Der Ladevorgang geschieht automatisch und ist völlig unsichtbar und geräuschlos.


Gesundheit von Mensch und Tier

Welche Nebenwirkungen hat das induktive Ladesystem?

Vom Ladesystem geht keinerlei Gefahr für Fahrgäste, Busfahrer, Betriebspersonal, Anwohner oder Fußgänger und Tiere aus. Weder im Bus, noch in dessen Nähe oder an der an den Endhaltestellen Hertzallee und Südkreuz unterirdisch eingebauten Ladetechnik gibt es Gesundheitsgefährdungen. Das liegt einerseits daran, dass eine Energieübertragung überhaupt nur möglich ist, wenn die Ladestation vollständig vom Bus überdeckt ist. Andererseits ist das Ladesystem so abgeschirmt, dass die elektromagnetische Strahlung weit unter allen europäischen Grenzwerten liegt – sie ist sogar geringer als die elektromagnetischen Strahlungen von Induktionsherden.

Wie wird mein Herzschrittmacher reagieren, wenn ich E-Bus fahre oder einfach nur an der Haltestelle stehe?

Ihr Herzschrittmacher wird durch das Ladesystem in keiner Weise beeinflusst. In Bereichen, in denen sich Fahrgäste oder Fußgänger aufhalten, entstehen keine elektromagnetischen Felder.

Gibt es Gefahren für Schwangere oder Kleinkinder?

Nein. Das induktive Ladesystem bleibt weit unter sämtlichen Grenzwerten für elektromagnetische Emissionen und stellt daher zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr dar – auch nicht für Schwangere oder Kinder.

Gibt es im Bus oder an den Haltestellen Elektrosmog?

Nein. Als Fahrgast oder Fußgänger sind Sie zu keinem Zeitpunkt einer elektromagnetischen Emission ausgesetzt.

Bekomme ich Probleme, wenn ich mit meinem elektrischen Rollstuhl E-Bus fahre?

Nein. Weder auf Rollstühle noch auf andere Hilfsmittel hat das Ladesystem einen Einfluss.

Ist die Fahrzeugsicherheit verglichen mit den Dieselbussen eingeschränkt?

Die Fahrzeugsicherheit der E-Busse entspricht der Fahrzeugsicherheit konventioneller Dieselbusse. Das Ladesystem und die E-Busse werden auf Ihre Sicherheit hin vom TÜV SÜD geprüft und zugelassen.

Wird der Aufladevorgang durch mein Handy gestört? Wird mein Handy umgekehrt durch den Aufladevorgang gestört?

Nein. Die Frequenzen beider Technologien sind unterschiedlich. Der Ladevorgang kann somit weder von Ihrem Handy noch von einem anderen persönlichen Gerät gestört werden.

Welche Auswirkungen hat das induktive Ladesystem für mein Haustier, das ich mitführe?

Hier gilt das Gleiche wie für Menschen – das Ladesystem stellt keinerlei Gefahr für Ihr Haustier dar.

Was ist, wenn während des Ladevorgangs ein Tier unter den Bus läuft?

Der Spalt zwischen dem unter dem Bus befindlichen Stromaufnehmer und der Straßenoberfläche ist während des Ladens so gering, dass kein Tier dazwischen passt. Tier und Ladevorgang können sich somit nicht gegenseitig stören.


Der Fahrbetrieb

Gibt es für den E-Bus eine extra Fahrkarte?

Nein. Sie können das Angebot mit Ihrer regulären Fahrkarte nutzen.

Wird der Fahrplan oder die Route der Linie 204 verändert werden?

Nein. Die Linie 204 wird weiterhin auf dem gleichen Routenverlauf und im gleichen Takt betrieben werden.

Was sehe ich an den Bushaltestellen?

Im Grunde ändert sich sehr wenig. Die Ladeplatten sind an den zwei Endhaltestellen, am Bahnhof Südkreuz und an der Hertzallee in unmittelbarer Nähe zum Bahnhof Zoo unter der Fahrbahn verbaut. 

Woran erkenne ich die E-Busse?

Die E-Busse bekommen ein individuelles, eindeutiges Fahrzeugdesign, an dem man sie ganz einfach identifizieren kann. Und natürlich werden Sie die Busse an ihrer leisen und ruhigen Fahrweise erkennen.

Wieviele Busse sind im Einsatz?

In unserem Projekt werden vier Elektrobusse eingesetzt. 

Wird die Linie 204 nur noch von E-Bussen bedient oder kann ich auch weiter „konventionell“ fahren?

Die Linie 204 wird mit vier Solaris Urbino 12 electric -Bussen vollständig elektrisch betrieben werden.

Was ändert sich beim Busfahren?

Der Bus wird weiter zu den gleichen Zeiten verkehren und genauso lange an den Haltestellen halten wie zuvor. Beim Fahren wird jedoch der Komfort wegen der geringeren Geräuschbelastung sowie der gleichmäßigen Beschleunigung merklich erhöht.

Wird der Bus schneller oder langsamer?

Grundsätzlich hat der Elektrobus die gleiche Geschwindigkeit wie ein Dieselbus, jedoch ist die Beschleunigung gleichmäßiger und damit angenehmer.

Wie lange sind die Ladezeiten an den Endhaltstellen und welche Reichweite kann anschließend erreicht werden?

Die Ladezeiten betragen in der Regel 4-7 Minuten. Damit hat der Bus wieder so viel Energie geladen, wie er auf der Strecke verbraucht hat. Allgemein ist der Verbrauch und damit auch die benötigte Ladezeit von vielen Faktoren abhängig (Anzahl der Fahrgäste, Verkehrsaufkommen, Wetter, Fahrweise, Stau etc.). Dementsprechend sind auch kürzere oder längere Ladezeiten möglich.

Was passiert, wenn ein Bus Verspätung hat und die vorgesehene Ladezeit an den Endhaltestellen nicht einhalten kann?

Die Batterien der Busse sind so ausgelegt, dass einzelne Ladezyklen ohne Probleme verkürzt werden können. Dass der Bus unterwegs „liegen bleibt“, ist ausgeschlossen.  

Kann es sein, dass der Bus auf der Strecke stehen bleibt, wenn die Batterie leer ist?

Nein. Batterie und Ladepunkte auf der Strecke sind so konzipiert, dass der Bus selbst bei unerwarteten Umwegen, Verkehrsstauungen oder anderweitigen Wartezeiten ausreichend Energie hat, um Sie immer zuverlässig an Ihr Ziel zu bringen.

Ich habe auf der Linie 204 einen Dieselbus gesichtet. Wie ist das möglich?

Jedes Fahrzeug kann einmal ausfallen – das gilt für alle Busse, ob elektrisch oder dieselbetrieben. Als Reserve für den Fall, dass ein Elektrobus ausfällt oder z.B. für Schulungszwecke aus dem Liniendienst abgezogen werden muss, werden konventionelle Dieselbusse vorgehalten. Daher können vereinzelt auch auf der Linie 204 Dieselbusse unterwegs sein.

Sollen nach der 15 monatigen Testphase alle Busse umgestellt werden?

Ein Ziel des Projektes ist es zu bewerten, ob weitere Elektrobusse eingesetzt werden können und welche Voraussetzungen dafür geschaffen werden müssen.

Warum beschafft die BVG überhaupt noch Dieselbusse?

Für das vom Berliner Senat formulierte Ziel, Berlin bis 2050 zu einer klimaneutralen Stadt zu machen, spielen Elektrobusse eine wichtige Rolle. Unsere Flotte von ca. 1.300 Bussen lässt sich jedoch nicht „von heute auf morgen“ elektrifizieren. Mit dem Pilotprojekt E-Bus Berlin sollen erste Alltagserfahrungen mit der Technologie der Batteriebusse gesammelt werden. Diese sind notwendig, um überhaupt die Weichen für eine größer angelegte Elektrifizierung des Busverkehrs stellen zu können. Während dieser Lernphase müssen jedoch weiterhin parallel Dieselfahrzeuge beschafft werden, um alte Fahrzeuge zu ersetzen.


Das Projekt

Wie viel kostet das E-Bus-Projekt?

Der Bund fördert das Modellprojekt im Rahmen des „Internationalen Schaufensters Elektromobilität Berlin-Brandenburg“ mit insgesamt ca. 4,1 Millionen Euro.

Welche Partner arbeiten zusammen im Projekt?

- Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) AöR (Betreiber und Konsortialführer)

- Solaris Deutschland GmbH (Bus-Entwickler und -Hersteller)

- Bombardier Transportation GmbH (Lade- und Batteriesystem)

- Vossloh-Kiepe GmbH (Traktionssystem und Energiemanagement)

- Technische Universität Berlin (Systemsimulation und Begleitforschung, Betreiber Ladestation Hertzallee)


95463 Liter Diesel

Jährlicher Verbrauch von 219 PKW

258,5 Tonnen CO2

Jährlicher Ausstoß von 246 PKW

1097 kg Stickoxide

Jährlicher Ausstoß von 406 PKW

9,1 kg Feinstaub

Jährlicher Ausstoß von 203 PKW